Mit Kräutern baden Dezember 2000
 

a) Geschichte des Badens
Seit der Antike kultivierten die Menschen das Baden.
Zu damaligen Zeiten wurde der Vorgang sehr viel stärker zeremonisiert und dementsprechend mit magischen Bedeutungen verknüpft.
 
Sicherlich diente das Baden auch dem etwas profanen Zweck der Reinigung des Körpers, aber man verband dies auch mit einer Reinigung der Seele. So war es zum Beispiel im alten Ägypten üblich, daß Hohe Priester in der Nacht im Nil zu baden pflegten.
Auch vor jedem Betreten eines heiligen Ortes nahm man ein ausgiebiges Bad, um nichts zu entweihen oder zu beschmutzen.
Ein gutes Beispiel dafür, wie sehr diese Vorstellung auch noch heute in unseren Kulturen vorhanden ist, zeigt das Badezeremoniell der Inder im Ganges.
 
In der Antike begründete sich bereits das heutige Bäder-Kur-Wesen.
Im alten Griechenland begann man bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. mit Wasser zu heilen und gründete öffentliche Bäder.
Auch die ersten Dampfbäder wurden damals von Ärzten erfunden.
 
Dieses Wissen wurde von den Römern selbstverständlich übernommen und weiterentwickelt. Die warmen Quellen Roms eröffneten weitere Therapiemöglichkeiten. Aber auch das Vergnügen am Baden an sich kam nicht zu kurz und man baute schier unglaublich luxuriöse "Badeanstalten".
 
Diesem sinnlichen und gesundem Vergnügen brachte das nun aufkommende Christentum wenig Verständnis entgegen und diese Kultur verfiel zusehends.
Erst im 11. Jahrhundert nach Christus begann man erneut, sich mit der Reinigenden Kraft des Wasser zu beschäftigen, indem man sogenannte Schwitzbäder zelebrierte.
 
Während der Kreuzzüge entwickelte sich die feine, kosmetische Badekunst im Morgenland. In den orientalischen Hamams (Badehäuser) badeten die Haremsdamen erstmals mit Kräutern und Gewürzen.
 
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden auch in Europa die Schwimmbäder wieder beliebt und man besann sich auf die gesundheitsfördernden Wirkungen des Badens. Bekannte Vertreter von sogenannten Wasserkuren sind bis heute Johann Kneipp, Johann Siegmund Hahn und Vincenz Prießnitz.

b) Grundregeln des Badens

Das Badewasser sollte nie zu heiß sein. Viele Menschen, die unter Kreislauf- oder Herzproblemen und Venenerkrankungen leiden und Schwangere sollten deshalb sehr vorsichtig sein.
 
Die durchschnittliche Badetemperatur sollte ca. 38 Grad Celsius betragen und man sollte maximal 15-20 Minuten im Wasser verbringen.
 
Stellen Sie keine elektrischen Geräte neben die Badewanne - neben der Gefahr des Stroms sollte man wirklich "abschalten".
 
Ein gut geformtes Wannenkissen für den Kopf und eine rutschhemmende Badeeinlage sind unerläßlich.
 
Essen Sie nicht vor dem Baden! Auch Alkohol vor, während und danach kann den Kreislauf sehr belasten.
 
Die Raumwärme im Badezimmer sollte ca. 25-30 Grad Celsius betragen. Sie sollten anschließend nicht frieren!
 
Schwangere sollten nur bestimmte, geeignete Badezusätze verwenden - manche Kräuter sind ungeeignet.

c) Badezusätze selbst herstellen

Grundsätzlich gilt, daß Sie alle Ihnen bekannten Heilpflanzen zum Baden verwenden können und diese die im
Kraeuterparadies.de unter d) Alternative Hausapotheke
stets aufgeführten Wirkungen auf den Organismus und die Psyche im Badewasser optimal abgeben.
 
Wenn Sie mit Kräutern baden, können Sie sozusagen die Heilkraft mit allen Sinnen Ihres Körpers erfahren und die größtmögliche Wirkung erzielen.
 
Es gibt folgende Möglichkeiten der Zubereitung eines Badezusatzes:
 
Sie füllen die getrockneten Kräuter Ihrer Wahl in ein kleines Leinensäckchen und hängen dieses beim Einlaufen des Badewassers und den zu Beginn heiß einlaufenden Wasserstrahl. Das kältere Wasser sollten Sie erst anschließend zugeben. Der Kräuterbeutel darf ruhig während des Badens im Wasser bleiben.
 
Es gibt auch die Möglichkeit, sich einen kräftigen Aufguß aus den Kräutern zu kochen und den dem Badewasser beizumengen. Hierzu gibt man auf 500 ml Wasser 30-40 getrocknete oder 40 g frische Kräuter. 15 Min. ziehen lassen.
 
Ferner gibt es die Möglichkeit der Abkochung. Diese bietet sich bei Wurzeln, Rinde und Beeren an, da diese bei einem Aufguß ihre Heilkräfte nicht ausreichend abgeben würden. Man schneidet die Pflanzenteile klein und gibt 50 g davon in 750 ml kaltes Wasser und kocht das Ganze kurz auf. Anschließend läßt man die Mischung bei heruntergeschalteter Temperatur sieden.
 
Wenn Sie gleichzeitig etwas für die Geschmeidigkeit Ihrer Haut tun wollen, können Sie in eine Tasse Milch einen Eßl. Olivenöl und etwas Honig geben. Selbst Kleopatra schwor schon auf diesen natürlichen Schönmacher!

d) Kräuterrezepte fürs Bad

Es ist schier unmöglich, sämtliche Kräuter-Anwendungsgebiete im Bereich des Badens hier aufzuführen. Deshalb beschränken wir uns hier auf die häufigsten Anwendungsgebiete:
 
-  Erkältungen:
Salbei, Thymian, Minze, Melisse, Kamille, Spitzwegerich
 
-  Blasenprobleme:
Ackerschachtelhalm
 
-  Förderung Durchblutung:
Rosmarin, Minze, Ingwer
 
-  Erschöpfung, Streß, Niedergeschlagenheit:
Melisse, Johanniskraut, Koriander, Ingwer, Lavendel
 
-  Gelenkschmerzen, Rheuma:
Lorbeer, Wacholder, Salbei
 
-  Luststeigernd:
Muskat, Majoran, Origano
 
-  Wechseljahrsbeschwerden:
Johanniskraut, Rosenblüten, Melisse
 
-  Unreine Haut:
 
Ringelblumen, Salbei, Eukalyptus
 
 

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